Saubermacher: Warum wir Müll digitalisieren

Shownotes

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Podcast Produktion: Tatjana Lukas, Happy House Media. Visual Design: The Gentlemen Creatives Das Circular Economy Forum Austria unterstützt mit Expertise und Netzwerk. Medienstartförderung Wirtschaftsagentur Wien Der Podcast ist redaktionell unabhängig.

Links: Saubermacher Circular Economy Forum Austria

Transkript anzeigen

00:00:01: Jetzt kommen wir drauf.

00:00:02: Wir schmeißen so viel Wert weg und so viele Ressourcen weglassen, sonst was tun?

00:00:08: Ja das geht um Planungssicherheit, es geht um Versorgungssicherheit!

00:00:13: Wir haben einfach Löcher aus den Weltkriegen zugeschüttet... ...und später haben sie irgendwo in die Leinschaft gekippt wo's uns nicht gestört hat oder wo's niemand gesehen hat.

00:00:23: Der ganze Mist

00:00:24: brennt!

00:00:25: Herr Mitlea Freunde, bringen Sie die Batterie zurück.

00:00:31: Batterien sind ein super Beispiel von Abhängigkeiten.

00:00:34: Über ninety-fünf Prozent der Rohstoffe, die dafür in Europa genutzt werden kommen aus China, kommen aus anderen Bereichen der Erde.

00:00:41: Wir haben schon wahnsinnig viel davon innerhalb Europas liegen.

00:00:44: Ich verstehe das als einen Wert den ich nicht entsorge sondern einen Wertstoff den ich rückführer.

00:00:51: wir können CO²-Fussabdrücke nachweisen dadurch dass es von einem Wirtschaftsprüfer mittlerweile überprüft und anerkannt und zertifiziert worden.

00:01:04: Das ist ein Weg in die Wirtschaft von morgen.

00:01:07: Willkommen bei Full Circle, den Podcast über Kreislaufwirtschaft und wie das in der Praxis wirklich funktioniert!

00:01:15: Ich bin Nadja Hahn – ich spreche mit Menschen, die Lösungen finden, wie Vero-Stoffe länger im Kreislauffalten damit Geld verdienen und der Umwelt etwas Gutes tun.

00:01:28: Bevor wir gleich in die erste Folge starten möchte ich euch kurz erzählen was mich zu diesem Podcast inspiriert hat.

00:01:35: Mich fasziniert Systemwandel.

00:01:37: Ich bin schon so lange Wirtschafts- und Klimaschonalistin.

00:01:40: Ich will jetzt hören, was geht!

00:01:42: Und da geht schon einiges – aber einiges eben noch nicht.

00:01:45: Reden wir darüber.

00:01:47: Fakten basiert und ehrlich.

00:01:49: Wer sagen wer zehn Folgen hört der soll zehn Geschäftsmodelle kennenlernen.

00:01:54: Ich hoffe er seid genauso neugierig wie ich fangen werden.

00:01:59: Heute geht's um Saubermacher.

00:02:00: das sind die Abfallprofis.

00:02:02: Wir wühlen also heute salopp gesagt im Müll Denn da liegen Schätze, also da legen die Rohstoffe, die wir brauchen.

00:02:10: Und das ist doch eine echte Hightech-Story!

00:02:13: Das erzählt uns Berthold Krenn – er isst für Saubermacher fürs Österreich Geschäft zuständig.

00:02:18: Hallo!

00:02:18: Hallo Nadja, grüß dich!

00:02:20: Mit dabei ist auch einer Expertin, dass es die Valérie Sophie Schönberg vom Circular Economy Forum Austria.

00:02:27: sie ist dort Executive Director und sie ist Unternehmensberaterin.

00:02:30: Hallo Valérie!

00:02:31: Guten Morgen!

00:02:33: Nur zur Info, das Circular Economy Forum ist eine Plattform für Forschung und Unternehmen im Bereich Kreislaufwirtschaft.

00:02:39: Und es unterstützt diesen Podcast mit seiner Expertise und seinem Netzwerk.

00:02:43: Vielen Dank dafür!

00:02:53: Schön, dass ihr da seid.

00:02:54: Am Anfang frage ich immer sehr persönlich... Ich fange mit dir an Berthold.

00:02:58: Warum machst du das mit der Kreislaufwirtschaft?

00:03:01: Es ist kompliziert!

00:03:02: Man muss wahnsinnig viel erklären, dass beim Geldverdienen liegt nicht auf der Hand.

00:03:06: Warum machst du das?

00:03:07: Warum brennst du dafür?

00:03:08: Ich habe eigentlich damit begonnen vor fünf und zwanzig Jahren aus einer Notwendigkeit.

00:03:13: Ich war damals noch in einer anderen Industrie unterwegs.

00:03:15: uns ist der Rohstoff ausgegangen und wir haben einfach alternative Rohstoffquellen suchen müssen.

00:03:21: Da bin ich dann irgendwie hineingestolpert und habe aber dann festgestellt, dass speziell in kreislaufwirtschaftlichen Themen muss man nicht nur mit einem Lieferanten oder mit einem Partner reden sondern mit vielen.

00:03:32: Und wenn viele Leute zusammenkommen ist das immer lustig spannend und herausfordernd.

00:03:38: Das entspricht meinem Naturell und so bin ich in die Gresel-Wirtschaftsgeschichte hinein gekippt.

00:03:44: Also

00:03:44: du freutest dich, Challenge?

00:03:46: Und welcher Rohstoff ist da ausgegangen?

00:03:47: Damals war es, da war ich in der Zementindustrie, wir hatten in der Tongruppe Probleme wo wir tonen.

00:03:52: das ist ein wichtiger Bestandteil in der Zementproduktion gebraucht haben und Ziegelbruch war ein Thema dass wir damals aufgemacht haben vor fünfundzwanzig Jahren und mittlerweile ist das fixer Bestandteil in jedem Zementwerk, das hat sich sehr gut entwickelt Und das lässt sich auch Geld damit verdienen.

00:04:10: Weil er redet, gleiche Frage an dich – was reizt dich an der Kreislaufwirtschaft?

00:04:14: Bei mir hat sich das Thema entwickelt aus einem systemischen Verständnis wie wir agieren als Wirtschaftsgesellschaft gemeinsam mit der Umwelt in der natürlich die Kreiselwirtschaft in dem Kreise geschlossen werden ein absolut perfektes System.

00:04:28: eigentlich ist und Mir ist es total wichtig, meine Zeit in etwas zu investieren und das Zukunft gestaltet.

00:04:33: Wir verbringen neunzigtausend Stunden in unserem Leben mit Arbeit – warum nicht mit etwas was sinnvoll zukunftgestaltet?

00:04:40: Und das ist ganz klar die Kreisverwirtschaft!

00:04:43: Ja dann haben wir uns mal ins Thema.

00:04:45: ich fange immer gerne mit einer Zahl an und zwar schauen wir einmal auf den Müll und wer ihn verursacht und da liegt die Bauindustrie weit, weit vorne, wer tut du nix?

00:04:55: Und zwar sind das rund drei Viertel unseres Abfalls in Österreich entsteht am Bau und deshalb ist es so wichtig, dass wir genau dort den Hebel ansetzen.

00:05:05: Und jetzt haben wir noch eine gute und schlechte Nachricht?

00:05:08: Die gute Nachricht ist, Österreich liegt bei der Entwicklung von Recycling-Technologien weltweit ganz vorne aber zu Hause können wir das Knowhow nicht gut umsetzen weil uns alte Vorschriften bremsen.

00:05:20: Jetzt möchte ich mal zu Beginn einfach wissen Berthold, Leute die Saubermacher nicht kennen oder vielleicht nur eure Lkw's kennen.

00:05:27: Was macht Sauber-Macher?

00:05:28: Ihr seid irgendwie wenn ich das zur Lob sagen darf nicht die Mist Kübler sondern die Trüffelschweinchen oder?

00:05:33: Nein wir sind schon auch Mist Kübler!

00:05:35: Ich habe sogar ein T-Shirt geschenkt bekommen als ich heuer eingetreten bin beim Saubermachen dass Mist Kübbler sagt und ich trage diesen Titel mit Ehre weil wir für die Daseinsvorsorge einen wirklich wichtigen Beitrag Leistener-Saubermacher macht das, was im Namen steht.

00:05:50: Wir machen sauber!

00:05:52: Wir räumen zusammen – wir sind Partner für Kommunen und die Industrie.

00:05:57: Wir sind Partner fürs Gewerbe.

00:05:59: Wir holen bei vielen Leuten die Kübel von der Haustüre aus dem Keller, aus dem Müllraum und sorgen dafür dass das Fach gerecht und umweltschonend entsorgt werden kann, bearbeitet werden kann aufbereitet werden kann.

00:06:13: Und dann kommt das Trüffelschweinwesen auch noch dazu.

00:06:17: Wir greifen in den Mist hinein und glauben, dass Beste was da noch drinnen ist und herauszuholen ist, heraus damit diese Ressourcen wieder zurück in einen Kreislauf geführt werden können.

00:06:27: Und

00:06:27: eben auch bei den großen Baustellen?

00:06:29: Auch bei den grossen Bauställen und du hast es richtig gesagt drei Viertel der Mengen Abfallmengen in Österreich sind Abfälle die im Rahmen von Baugeschehen Bodenaushub und so weiter passieren.

00:06:40: Und welche Schätze finden wir da drin?

00:06:42: Zum einen ganz, ganz wertvolle Rohstoffe.

00:06:44: Wir haben Bodenausschotter, Dinge die sofort wieder weiterverwendet werden können.

00:06:50: Wenn wir dann an den Hausabbruch denken Denken wir nicht nur in die Hülle Denken auch an alles was in dem Haus drinnen ist Kupferkabel, Metalle, Glas und so weiter Holz natürlich auch sehr viel.

00:07:03: All das kann in den Kreislauf zurückgeführt werden In anderer Form.

00:07:06: Das muss natürlich aufbereitet werden.

00:07:08: Es ist ein recht aufwändiger Schritt.

00:07:10: In erster Linie muss man es auch abholen.

00:07:12: Das ist ein ganz wesentliches Thema und da sind wir auch, glaube ich, einer der innovativsten mit unserer Wastebox.

00:07:19: Das werden wir gleich noch besprechen.

00:07:21: was die Wastbox ist das ist eine spannende App.

00:07:23: Und früher haben wir diese Dinge einfach wegkaut verbrannt?

00:07:27: Na ja ganz früher ist das alles zusammen geschoben worden auf LKWs aufgeladen zum nächsten Loch und das wurde dann damit verfüllt und da kann man sich vorstellen was da alles drinnen ist.

00:07:37: Es sind oft auch wirklich Schadstoffe drinnen, also über das Best brauchen wir gar nicht diskutieren.

00:07:42: aber auch verschiedene Fasern, Mineralfasern.

00:07:45: Das ist halt früher alles zusammengeworfen worden und in Löchern verschwunden.

00:07:49: Und mittlerweile auch dank der Regulatorien sind wir dazu verpflichtet, das getrennt zur Fasen oder dann im Nachgang entsprechend aufzuberegen.

00:07:58: Valérie Wir haben da eigentlich dann total viel Geld einfach verbuddelt, verbrannt weggeschmissen.

00:08:03: kann man das so sagen?

00:08:04: Ja, das kann man genauso sagen.

00:08:06: Das ist die berühmte zehnte R-Strategie.

00:08:08: Da gibt es nämlich zehn Strategien, die man fahren kann um Ressourcenverbrauch zu reduzieren und das ist die allerletzte von diesen Strategien.

00:08:15: Was

00:08:15: sind die zehn R's?

00:08:17: Die zehn R-Strategien dienen eben der Reduktion vom Ressursenverbraucht.

00:08:20: Es ist auf den Weg in Richtung einer Kreiselfirtschaft verschiedene Strategien die man anwenden kann reduce, reuse, recycle.

00:08:26: und aus allerallerletzter Strategie da kommt eigentlich dann die Verbrennung als den Spiel wenn man nichts mehr anderes mit diesen Stoffen machen kann.

00:08:34: durchaus wichtig für das, was dann übrig bleibt.

00:08:36: Aber ganz viel anderes sollte davor gemacht

00:08:38: werden.".

00:08:39: Also Redesign ist die erste, dass man Produkte überhaupt erst anders zusammenbaut damit man sich später eben wieder auseinandernehmen kann.

00:08:46: Genau es

00:08:46: beginnt bei Refuse also bei dem was man weglassen kann überall wo man von Anfang an weniger Material weniger Produkte braucht.

00:08:52: da tut man sich gleich einmal leichter nachher dann die Ressourcenkreis zu halten.

00:08:56: das geht dann weiter mit Umdenken mit so Themen wie gemeinsamer Nutzung von Ressources und Rohstoffe von Produkten bis dann hin zum wieder aufbereiteten Handy wie ich es jetzt mittlerweile die meisten noch kennen.

00:09:08: Dann kommt das Recycling ganz spät ins Spiel und nach dem Recyling, nach dieser Verwertung dann ganz final eben was verbrennen.

00:09:15: Berthold du hast jetzt vorhin diese Wastebox angesprochen.

00:09:18: Sag uns mal was das ist?

00:09:19: Die Wastbox ist eine digitale Plattform wo wir sicherstellen dass unsere Kunden – und das kann Gewerbe-, Bauindustrie aber auch Privatkunden sein – das Service einer Abholung von Baustellen abfällen Baurestmassen und ähnlichen Abfällen ordern können, sich darauf verlassen können dass das mit zertifizierten und verlässlichen Partnern dann auch abgeholt und verarbeitet wird.

00:09:44: Also da gibt es eine große Baustelle die eine Firma hat und wie ist das dann?

00:09:49: Da hat man dann eine App, wo man mit der App verfolgt was auf der Baustelle zu

00:09:54: finden.

00:09:54: Die Baufirma oder der Privatkunde kann dann auf diese Plattform gehen, die findet man auch im Internet und kann dort über diese Platform die Entsorgung ordern.

00:10:04: Wir können alles über die Plattform abwickeln aber auch nachverfolgen welche Mengen wovon, wohin gegangen sind.

00:10:11: wir können CO²-Fussabdrücke nachweisen dadurch, dass es von einem Wirtschaftsprüfer mittlerweile überprüft und anerkannt und zertifiziert worden.

00:10:20: Das heißt auch für die Zukunft können wir im Prinzip dann für jede Baustelle was die Entsorgung betrifft den CO-Zweifelsabdruck nachweisen.

00:10:28: Also das ist ein digitales Projekt?

00:10:30: Genau!

00:10:32: Da haben wir oben diese wunderbare Plattform, die vor allem in Deutschland mit Wahnsinzzuwachsraten wächst.

00:10:39: Dort ist das Interesse sehr hoch, in Österreich müssen wir noch ein bisschen die Werbetrommel rühren.

00:10:45: Aber auch da haben wir Wachstumsraten.

00:10:48: Das ist die Plattform, die regelt sozusagen die Zusammenarbeit und die Dokumentation und den Fußabdruck und dahinter nachgeschaltet mit dieser Plattform verknüpft sind unsere Entsorgungslösungen wo wir dann die tatsächliche Arbeit mit den Abfällen machen das Trüffel-Schweinwesen, wenn du es so willst.

00:11:08: Jetzt muss ich danach harken!

00:11:09: Eine österreichische Firma entwickelt eine Lösung die in Deutschland erfolgreicher ist als in Österreich?

00:11:14: Die Zuwachsraten sind in Deutschland größer.

00:11:16: wir haben in Deutschland erst vor zwei Jahren begonnen.

00:11:18: In Österreich gibt's das schon seit vielen Jahren.

00:11:21: sage ich jetzt einmal die Akzeptanz digitaler Lösungen in der Bauwirtschaft lässt manchmal ein bisschen zu wünsche.

00:11:26: Hast Du eine Botschaft an österreichischen Zuhörer und Zuhöhrerinnen?

00:11:31: Der

00:11:31: Punkt ist der, ich glaube da geht es weniger um die privaten Bauherren.

00:11:34: Die sind dem sehr offen.

00:11:36: Wir arbeiten sehr eng mit großen Baufirmen zusammen.

00:11:39: Da funktioniert das auch ganz gut.

00:11:41: dazwischen drinnen müssen wir noch ein bisschen Arbeit machen.

00:11:43: Das ist im Moment auf unserem Menüplan.

00:11:47: Okay Sehr viel Subtext hier.

00:11:49: Die Botschaft

00:11:50: kommt an

00:11:51: Valérie, ich habe dieses Thema von der Wastebox herausgenommen weil es so ein Digitalisierungsprojekt ist und weil es uns eigentlich zeigt wie wichtig die Digitalisierung für Kreislaufwirtschaft ist.

00:12:01: Kannst du uns erklären warum das so ein wichtiger Bereich ist?

00:12:05: Digitalisierung for die Kreisaufwirtschaft ist sowas wie das Gedächtnis.

00:12:09: Weil was wir gelernt haben in den Betrieben drinnen ist dass sich die Produkte solange verfolge bis ich sie verkaufe.

00:12:16: Und die Digitalisierung darüber hinaus erlaubt mir jetzt das Produkt vom Design, wie du vorhin auch angesprochen hast bis ans Endeffekt zu verfolgen und dann wieder rückzuführen.

00:12:25: Da sind natürlich solche Initiativen und Unternehmen wie Saubermacher wahnsinnig relevant weil bei denen landet der Abfall die das nicht messen und nicht digitalisieren, fehlt uns dieses Gedächtnis.

00:12:36: Was wir mit diesen Materialien machen können wie die rückführbar sind, wie man die auseinander zerteilen kann was da drinnen ist also der Produktbasis.

00:12:42: so ein super Beispiel dafür.

00:12:44: Das ist der Produktfass?

00:12:45: Das

00:12:45: ist tatsächlich ein Nachweis von einem Produkt voraus es besteht welche Materialien entlang der Produktion eingebaut worden sind zu welchem Zeitpunkt die uns dann ermöglichen Rückzug verfolgen am Ende des Lebenszyklus und dass wieder auseinandersnehmen zu reparieren oder eben zu rezyklieren.

00:13:02: Also ohne Digitalisierung ist Kreislaufwirtschaft eigentlich nicht möglich.

00:13:05: Und eine Digitalisierung, das ist ein netter Gedanke aber ohne Langfristigkeit.

00:13:09: Richtig!

00:13:09: Ich schuldige, dass ich da hineingrede.

00:13:11: Aber das ist genau der Punkt wenn es um die Integration von Mengenströmen geht, ist die Digitalisierung und die Erfassung und der Austausch dieser Daten in der heutigen Zeit limbsnotwendig?

00:13:23: Das ist das was in vielen Bereichen der Bauwirtschaft noch nicht angekommen ist.

00:13:27: wir denken immer noch mit End of Pipe Lösungen, das geht dann irgendwo in eine Deponie und es wird verbuddelt.

00:13:33: Und das war's!

00:13:35: Nein erst wenn wir die Daten über die Mengenströme haben und erfassen können wovon wie viel gemacht wird, dann können wir lenken und steuern Wenn der LKW einfach nur befüllt wird, irgendwo hinfährt abgekippt und danke wieder schauen.

00:13:48: Und alles was ich habe sind die Masse aber ich weiß nicht was drinnen ist.

00:13:52: Ja, I'm sorry!

00:13:54: Woher soll ich dann wissen wo meine wertvollen Materialien hingehen?

00:13:57: Da verschenken wir Potenzial und deswegen ist die Digitalisierung und die Wastebox in der Darstellung dieser Prozesse und in der Sichtbarmachung so extrem wichtig Und ich schließe damit dann die Kette auch, was den CO-Zweifussantrug betrifft.

00:14:11: Da wollte ich gleich auf dich zu sprechen kommen, Valerie.

00:14:14: Kann man jetzt schon wirklich in messbare Zahlen gießen?

00:14:18: Was uns das an CO-Einsparung bringt?

00:14:21: Ich würde da eher von Matrialeinsparungen sprechen.

00:14:23: im Rahmen einer Kreisaufwirtschaft und im Rahmen von Matrialeinsparungs gibt es jetzt ganz neue Studie Särkle-Economie, die tatsächlich jetzt beziffert haben was wir verlieren an Werten in einer linearen Wirtschaft.

00:14:36: Und es lässt sich ganz klar herunterbrechen für jede drei Euro ein Wert, die wir schaffen in unserer Wirtschaft, verlieren wir einen Euro an Wert.

00:14:43: Das ist durchaus ein enormes Potenzial das wir noch da schaffen können.

00:14:47: Das liegt vor allem eben am Ende des Lebenszyklus aber gerade bei der Baubranche auch entlang des Lebenszyklus vom Gebäude dann.

00:14:54: Also es geht um bares Geld und das geht um Rohstoffe.

00:14:57: Und CO² letztendlich, weil die Unternehmen ja auch nachweisen müssen dass sie eine Recyclingquote haben und dass sie CO² einsparen.

00:15:05: Ja und es geht darum um Planungssicherheit Es geht um Versorgungssicherheit.

00:15:08: In einem Moment wo wir in Österreich jetzt mit dreizehn Komma circa fünf Prozent Riziklate nutzen unseren Materialen drinnen den wir verwenden machen wir uns mit dem restlichen Prozent abhängig von internationalen Lieferketten denjenigen, die uns diese Produkte dieser Materialien zuliefern und in einem weiteren Wirtschaftswachstum brauchen wir mehr Materialien.

00:15:30: Halten wir diese Zahlen noch mal fest, die du genannt hast?

00:15:32: Dreizehn Komma irgendwas Prozent!

00:15:34: Aber das ist die Zirkularitätsrate.

00:15:36: Das bedeutet dass wir siebenundachtzig Prozent der Rohstoffe nur einmal verwenden?

00:15:40: Das ist die Rate der Sekundärmaterialen innerhalb unserer Materialien, die wir verarbeiten in Österreich.

00:15:47: Das ist wenig.

00:15:48: Das es

00:15:48: ein Prozent mehr als im U-Tour-Schnitt Aber es ist weniger, als wir erreichen wollen.

00:15:52: Wir wollen achtzehn Prozent bis zwanzig dreißig in Österreich erreichen und darüber hinaus sollten wir durchaus noch ambitionierter sein.

00:15:58: Global ist die Zahl noch viel niedriger.

00:16:00: also wir reden von sieben oder acht Prozent.

00:16:03: In der Bauwirtschaft ist in der Tat die Zahl schon etwas höher vor allem in der Rohstoffindustrie.

00:16:08: aber da ist auch noch sehr viel Luft nach oben.

00:16:11: ich weiß dass in der Baustoffindustrie Ziegel Hersteller Gipsplattenhersteller Zementhersteller nun auch, wirklich mit Nachdruck daran arbeiten diese Recyclingraten nach oben zu bringen und das haben wir teilweise.

00:16:24: Recylingraten von über fünfzig Prozent schon.

00:16:27: Aber im gesamtwirtschaftlichen Kontext ist das alles noch viel zu wenig.

00:16:30: da geht noch viel und da ist auch viel Geld noch drin.

00:16:33: Könnte die Krise die wir jetzt haben ausgelöst durch den Iran Krieg?

00:16:39: dieser Idee der Kreislaufwirtschaft Nachschub geben, also könnte das das fördern?

00:16:43: Ja wir wissen beide Krisen sind immer die besten.

00:16:45: Anschubmotoren vor zwei Jahren überlegen wir uns die Debatte über die Windräder und nachhaltigkeit und nach haltige Energieversorgung wer sich da nicht aller gewährt hat und Volksabstimmungen angeregt hat.

00:17:00: letztendlich kräht jetzt kein Hahn mehr danach, weil eine Krise da ist.

00:17:04: Weil die Leute wirklich an der Zapfsäule und auf ihrer Stromrechnung kennen.

00:17:10: vielleicht müssen wir doch was ändern ja?

00:17:13: Und da ist es einfach wichtig dass man nicht einfach jeden Goggler hinterher rennt.

00:17:17: Einmal das Hirn einschaltet und wirklich überlegt.

00:17:20: Es ist nachgewiesen, dass er ein neuerbar Energie in die billigste Art und Weise ist Elektrizität zu produzieren In vielen Fällen so, dass rezipierte Stoffe durchaus wettbewerbsfähig sind und ein wesentlich gesünderer Ansatz was den Ressourcenverbrauch betrifft.

00:17:39: Und vor allem die Eigenständigkeit und die Autonomie.

00:17:42: Gerade in Europa müssen wir uns auf das besinnen.

00:17:44: Das ist extrem wichtig!

00:17:46: Und das hat einen volkswirtschaftlichen Wert.

00:17:48: Punkt!

00:17:49: Also, dass ist Industriepolitik?

00:17:50: Ja, Nadja du hast es auch schon gesagt wir machen hier schon einiges in Österreich.

00:17:54: Wir haben ja zwei Kontextstudien mittlerweile dieses Jahr auch beziffert Die Werte dafür für die österreichische Wirtschaft aber auch unsere Vorreiterbetriebe.

00:18:01: Wir haben tolle Pilotprojekte.

00:18:03: Da geht's jetzt um Skalierung da geht zum Unterstützung und Markterschließung.

00:18:07: Wir haben hier einiges vorzuweisen und das geht jetzt noch auszuweiten.

00:18:11: Ich möchte noch kurz ein Projekt ansprechen Berthold weil Du kommst gerade aus Frankfurt zurück.

00:18:16: Ihr habt in Frankfurt gemeinsam mit deutschen Partnern eine Batterie-Recyclinganlage gestartet.

00:18:22: Worum geht's da?

00:18:23: Batterien

00:18:23: sind zum einen ein Wahnsinnsbetrugungspotenzial für die Abfallwirtschaft und zum zweiten ein wunderbarer Ressourcenpool, sind seltenerden enthalten.

00:18:32: Nickel ist einer davon!

00:18:34: Und dann muss man sich das auf der Zunge zergehen lassen – in Österreich werden pro Jahr ein paar Tausend Tonnen also dreieinhalbtausend bis viertausenden Tonnen Haushaltsbatterien verkauft.

00:18:43: Das sind diese Art... AA, AAA Batterien die jeder kennt aber auch die neuen Waldzellen und was halt überall noch so drinnen ist.

00:18:52: Ich spreche jetzt nicht von den Lithium-Battery Packs die wir in Akkuschraubern und sonstigen Geräten noch haben in Bodenstab, Sagerrobotern und was der Teufel noch alles.

00:19:03: Aber das sind Rohstoffe Und es sind Rohstoffe voll von seltenen Erden.

00:19:08: Diese Rohstoff oder diese Batterien sind in der Vergangenheit oft auch im Restmüll verschwunden Und jetzt komme ich gleich zum Gefährdungspotenzial.

00:19:16: Sie verschwinden verstärkt im Restmüll und diese Entwicklung ist zurzeit exponential.

00:19:22: Das heißt, wir schmeißen sich jetzt nur mal weg aus

00:19:24: Rüa?

00:19:24: Ja es gibt mehr Batterien und daher tauchen auch mehr Batterie im Restmilch auf.

00:19:29: das ist ein Wahnsinnsbrandrisiko.

00:19:32: kann man sich auf YouTube anschauen gab's erst eine Kampagne von der Ära auch wo man sieht was eine simple Knopf-Batterie Diese zwanzig-zweiunddreißig, das ist glaube ich eine Nickelkartenion Batterie.

00:19:45: Durch kleine Stoßeinwirkung entzündet die diese Glückwunschkarte, die sie betreibt und das spielt sich jeden Tag in unseren Sammelfahrzeugen und in unseren Aufbereitungsanlagen ab.

00:19:57: und dann stellen Sie sich vor, Sie haben da Papier oder Kunststoffabfälle und eine so eine Batterie drinnen, die durch mechanische Einwirkungen geknickt gebrochen wird.

00:20:06: Das kommt zur Wärmeentwicklung und der ganze Mist

00:20:09: brennt!

00:20:10: Und was machen wir mit den Batterien zum Supermarktbringenden Samestellen?

00:20:14: Herr Mitlea, Freunde!

00:20:16: Bringen Sie die Batterie zurück.

00:20:18: Diese Batterien kommen dann auf unsere Anlage in Ginsheim-Gustavsburg.

00:20:22: Dort werden sie sortiert.

00:20:24: Die größten Mengenströme sind zwei ganz bestimmte Batteriearten mit einem technischen Detail will ich hier niemandem langweilen und wir sortieren diese Batterien.

00:20:32: Die anderen Batterien wären ganz speziellen Entsorgungsschienen zugeführt aber achtzig Prozent des Inputs Daraus produzieren wir eine Schwarzwasse, die sehr reich an seltenen Erden ist und Metallen, die wir so in Europa nicht haben.

00:20:48: Und wir sind mit sehr vielen Industriebetrieben im Kontakt, die schon darauf warten, dass sie das geliefert bekommen.

00:20:55: Jetzt erklär mir mal wie das Geschäftsmodell dahinter ist?

00:20:58: Weil eigentlich ist ja euer Geschäfts-Modell Müll.

00:21:00: Das heißt je mehr Müll desto besser desto mehr Profit.

00:21:03: Ja jetzt sagt sich den Leuten sortiert es verwendet eure Sachen länger.

00:21:08: Eigentlich soll der Müll ja kleiner werden.

00:21:10: und auf euer Geschäft.

00:21:11: Wie verändert sich das Geschäftspiel?

00:21:12: Ja,

00:21:13: das ist etwas... Offensichtlich klebt es an meinem Fusse.

00:21:17: Überall wo ich hinkomme ist großer Transformationsbedarf Und die Valérie hat das ja eingangs schon gesagt.

00:21:23: Das ist die letzte Lösung.

00:21:24: früher in die Deponie schmeißen oder verbrennen.

00:21:27: Am Anfang war unreglementierte Deponierung.

00:21:30: Wir haben einfach Löcher aus den Weltkriegen zugeschüttet und später haben wir es irgendwo in die Leinschaft gekippt, wo's uns nicht gestört hat oder wo's niemand gesehen hat.

00:21:39: Dann ist man auf die Idee gekommen... Wir müssen eine Lösung finden!

00:21:41: Dann hat man mal geregelte Deponien gemacht, dann hat man gesagt, boah das nimmt zu viel Platz ein, wir müssen das weniger machen im Volumen.

00:21:48: Das ist die thermische Lösung, das ist ja nichts anderes als Volumereduktion.

00:21:51: Und jetzt kommen wir drauf... Wir schmeißen soviel Wert weg und so viele Ressourcen weglassen, sonst was tun?

00:21:58: So hat sich auch der Abfallwirtschaft entwickelt.

00:22:00: Wir waren am Anfang nur die LKW Schaffhörer und haben das herumgefahren.

00:22:04: Jetzt sind wir, wie soll ich sagen der Kleber zwischen den Playern.

00:22:09: Wir fahren immer noch sehr viel Müll herum, wir leeren aus, wir machen sauber.

00:22:13: aber wir haben auch angefangen zu verstehen was unsere Partner brauchen Und versuchen ihnen zu helfen in den Wertschöpfung schritten die sie nicht selber machen können weil sie die Expertise nicht haben oder weil sie das nicht machen wollen.

00:22:26: Also ihr verdient jetzt auch mit Beratungen und so weiter?

00:22:29: Wir

00:22:29: verdienen mit Berätungen und wir bieten Services und Lösungen an.

00:22:32: Und wie hat dich das verschoben, der Gewinn?

00:22:34: Also wir integrieren uns immer weiter in die Wertschöpfung und es ist nicht eine Frage, wie sich der Gewinnen verschiebt.

00:22:39: Wenn wir das nicht tun und uns nicht weiter in eine Kreislaufwirtschaft integriern dann werden wir ein Transport unternehmen... Und was

00:22:47: werdet ihr jetzt?

00:22:48: Was ist eure Zukunft für

00:22:49: Sie?

00:22:49: Unsere Zukunft ist dass wir ein wesentlicher Player in einer Kreislaufwirtschaft sind Ein Vermittler, einen Enabler Und wie gesagt ein Partner, um diese vielen Player an einen Tisch zu bringen und die optimale Lösung dazu bringen.

00:23:01: Weil wie gesagt eine Industrieunternehmer nicht kommen aus der Industrie.

00:23:04: wir können uns nicht mit zwanzig Leuten ständig an den Tisch setzen und Lösungen suchen.

00:23:08: dafür sind dann wir da.

00:23:10: Es ist auch aus der Außenperspektive sehr spannend zu beobachten, wie sich die Branche verändert und wie hoch relevant sie auch ist.

00:23:16: Also ich habe vorhin die Errstrategien angesprochen – diese Err-Strategien brauchen ein Ökosystem, die braucht die Infrastruktur damit das überhaupt alles machbar ist.

00:23:25: Und Betriebe wie Saubermacher sind genau diese Infrastruktur, die es braucht, diejenigen, die dann die Daten haben um die Logistik, um die Rückführung, um eine Beratung sicherzustellen tatsächlich einer der Ökosystem-Player, die es braucht.

00:23:38: Und Vorbildförder

00:23:40: können Vorbild sein wenn sie eben diese Transformationsaufruf verstehen als einen, der eine Gestaltungsmöglichkeit für Sie ist und nicht verharren indem das man Abfallwirtschaft gleichsetzt mit Kreislaufwirtschaft?

00:23:51: Genau du sprichst mir aus der Seele.

00:23:53: Danke Valérie weil dieses Entzorgung oder Abfall Wirtschaft ist nicht gleich Kreislafirtschaft.

00:23:58: Wir müssen uns in diese Richtung bewegen.

00:24:00: Wir sind dann kein Entsorgungsunternehmen mehr, wir sind ein Kreislaufwirtschaftsunternehmern.

00:24:05: Das ist das Systemwandel.

00:24:06: Datenverständnis, Expertise, Infrastruktur dazu – bei uns weiß es bedarf auch die Batterie-Recyclinganlage.

00:24:14: Das sind zweistellige Millionenbeträge, die da investiert werden.

00:24:17: Das macht für niemanden anderen einen Sinn und vor allem für Materialien und Wertstoffe, die in der breiten Masse sind.

00:24:24: wenn in einem Industriebetrieb an einer Stelle Zehntausende Tonnen von Aschen oder Schlacken anfallen, die kann ich vor Ort machen.

00:24:33: Aber wenn jetzt die Batterien bei jedem in der Kramasuri-Lade drinnen liegen oder wo man sie halt hat, wo man sich hinschmeißt, wenn man sie nicht mehr braucht... Ne, einstecken und einen Sackern mitnehmen zum Lebensmittelhandel oder zum Baumarkt, wo diese hiermit leerkanister sind und Boxen sind.

00:24:52: Und rein damit, ja?

00:24:53: Da geht es auch, dass wir umdenken als Gesellschaft und Wirtschaft insgesamt zu dem Thema.

00:24:58: Weil Batterien sind ein super Beispiel von Rohstofffragen von Abhängigkeiten über ninety-fünf Prozent der Rohstoffe die dafür in Europa genutzt werden kommen aus China, kommen aus anderen Bereichen der Erde.

00:25:10: Wir haben schon wahnsinnig viel davon innerhalb Europas liegen.

00:25:13: Ich verstehe das aus einem Wert den ich nicht entsorge sondern einen Wertstoff den ich rückführe damit wir uns weiter hier gestalten können

00:25:21: Bitte auch als Bedrohungspotenzial verstehen.

00:25:23: Nein, das ist eine Frage!

00:25:24: Du kennst die Müllfahrzeuge, die so herumfahren.

00:25:27: Wenn der voll ist sind da ungefähr acht Tonnen Müll drinnen.

00:25:29: Was glaubst du wie viele Batterien da drin sind?

00:25:31: Ich hab keine Ahnung.

00:25:32: Was

00:25:32: sagen wir in einer Zahl?

00:25:33: Ich

00:25:33: weiß es nicht.

00:25:34: Tausende

00:25:35: Naja tausende werden bitte viel aber Danke für die Einschätzung sind ungefähr zweihundertdreißig.

00:25:40: Wir haben gerade erst in einem ländlichen Bereich einen Müllwagen komplett ausgelehrt und mal wirklich nur die Batterien ausgesucht.

00:25:47: Also nicht wir, das war die Montano-Universität in Leoben und die haben eine Studie darüber gemacht.

00:25:52: Zweihundert, dreißig Batterien

00:25:55: davon... Die Feuer fangen könnten?

00:25:57: ...die eine Feuergefährdung nicht nur jetzt für die Anlagen sondern natürlich auch für die Mitarbeiter sind.

00:26:03: aber das sind ja auch zum Teil giftige Stoffe.

00:26:06: da sind Nickel, Katmium, Batterien dabei.

00:26:08: Die gehen dann irgendwo hin.

00:26:10: Die landen im schlechtesten Fall auf einer Deponie im besten Fall in der Verbrennung Im allerbesten Fall können wir sie raus glauben, aber so eine kleine Batterie aus dem Abfallstrom zu finden ist nicht einfach.

00:26:22: Und deswegen wirklich mein Appell an die Hörerinnen und Hörern.

00:26:26: Nehmt es die Batterien und brennt sie bitte zurück!

00:26:29: Okay, der Appell ist angekommen.

00:26:31: Jetzt möchte ich zum Schluss noch das große Thema aufmachen, warum wir an diesem Beispiel Saubermacher so gut sehen, welche Hürden die Kreislaufwirtschaft noch hat?

00:26:40: Da gibt es zwei große Hürde und das eine ist dass Primärrohstoffe immer noch billiger sind als wenn ich einen Sekundärrohrstoff nehme.

00:26:47: und das zweite ist das Abfallrecht, das wird sogar als Gefängnis bezeichnet weil er kann uns diese zwei Probleme erklären.

00:26:55: Grundsätzlich in einer Wirtschaft, in der wir Produkte und Materialien nicht so handhaben und so gestalten, dass sie am Ende wieder rumrückgeführt werden können.

00:27:03: Ist es natürlich besonders aufwendig diese wieder zurückzuführen?

00:27:06: Also kostet

00:27:07: einfach Geld!

00:27:08: Das ist aufwändig mit viel Logistik verbunden.

00:27:10: Ducky Herr hat einfach umgedacht von Anfang an.

00:27:13: dann können wir uns auch hier stärker annähern an die Primär-Großstoffpreise.

00:27:16: das ist ja ein Aspekt.

00:27:18: Der zweite Aspekt da drinnen in der Fragestellung der Kosten wie du gerade angesprochen hast is natürlich auch die Priorisierung von Primärmaterialien ganz häufig oder auch externalisierte Kosten, also Kosten die durch diese Primärrostoffe entstehen.

00:27:31: Also das heißt Umweltkosten?

00:27:33: Die sind natürlich nicht im Preis drinnen.

00:27:36: Da gibt es verschiedene Regularien in dieser Richtung gehen aber grundsätzlich sind sie nicht mit enthalten oder werden zumindest nicht weitergegeben vom Staat an die jeweiligen Unternehmen, die diese auf den Markt

00:27:46: bringen.

00:27:47: Das heisst dass ist kein ehrlicher Preis

00:27:48: Gibt dann einen Unfallwettbewerbsvorteil vor allem sagen wir mal beispielsweise Plastik Primer Rohstoff, Sekundär Rohstoff.

00:27:54: Also das ist das eine Thema.

00:27:56: und dann geht es natürlich auch um Qualitäten.

00:27:58: Wir haben Qualitätsunterschiede in manchen Bereichen bei den Primer-Rohstoffen.

00:28:02: Bei anderen sind die genau gleich gut.

00:28:03: Aluminium ist ein super Beispiel!

00:28:05: Und hier muss man einfach sicherstellen dass die Transparenz voll da ist, welche Materialien wir haben.

00:28:10: Sind sie gleich wertvoll?

00:28:11: Sind die gleich nutzbar?

00:28:13: Gibt auf Zielkonflikte dann natürlich das eine ist vielleicht CO² einsparender aber dafür ist das Gewicht größer.

00:28:18: also da gehe ich jetzt schon wirklich in die Details hinein.

00:28:21: Aber es ist nicht so einfach, es vielleicht die Zusammenfassung.

00:28:24: Und deswegen gibt's genau dafür Expertinnen und Expertinnen, die sich damit auseinandersetzen.

00:28:27: Der zweite Punkt den du angesprochen hast das Thema des Abfallrechts – sie ist natürlich ein Hochrelevanter der oft diskutiert wird bis hin um das zu verteidigen.

00:28:35: Es gibt dieses Abfallrecht natürlich mit gutem Grund.

00:28:38: Beim Abfall Recht glaube ich muss man mal erklären worum es da geht?

00:28:42: Wie lange ist ein Produkt ein Produkt und wann wirds Abfall?

00:28:45: Wenn es Abfall wird dann gibt plötzlich Auflagen.

00:28:48: Genau als es geht um diesen Begriff vom Abfallende.

00:28:51: Es braucht sozusagen diese Kriterien, wann der Abfall wieder zum Produkt oder zum Rohstoff wird.

00:28:56: Da gibt es aktuell eine Unwänge an Vorgaben die immer schwieriger zu handhaben werden.

00:29:01: Das ist natürlich ein guter Begriff.

00:29:02: auch die Direktimentierung bis zu einem bestimmten Punkt bei manchen Aspekten wo man herausgefunden hat das ist nicht vereinbar mit einer Kreislaufwirtschaft.

00:29:10: aber Bertol du kannst vielleicht hier gut aus der Praxis erklären wo ihr diese Grenzen stoßt.

00:29:15: Unter der letzten Bundesregierung wurde eine Verpflichtung eingeführt, das Abfalltransporte mit der Bahn stattzufinden haben.

00:29:22: Weil wir fühlen ja ganz schön viel Mist durch die Gegend!

00:29:25: Als Industrie habe ich das begrüßt weil wir sind ein Single Point of Arrival wenn man so will in einem Werk mit einem Bahnanschluss.

00:29:33: Wir haben sowieso einen Großteil unserer Rohstoffe bereits mit der Bahn angeliefert und dann habe gesagt okay wir sind auch ein großer Nutzer von Recyclingstoffen und alternativen Roh- und Brennstoffen.

00:29:44: Auch das können wir mit der Bahn bringen, kein Problem!

00:29:47: Es hat dann schon ein bisschen gedauert bis es funktioniert hat aber das ging.

00:29:50: jetzt bin ich auf der anderen Seite.

00:29:52: und jetzt muss ich sagen mittlerweile hat sich das Gesetz verschärft.

00:29:56: damals waren für Transporte über dreihundert Kilometer die Bahn zuständig.

00:30:01: oder sollten wir die Transporte auf die Bahn verlagen?

00:30:03: Mittlerweile gibt es eine Verpflichtung für Abfalltransporte über hundert Kilometern.

00:30:09: Da gibt es eine Plattform dann dafür, da muss man eintragen damit die ÖBB rückmelden kann oder andere rück melken können.

00:30:16: ja diese Destination kommen wir fahren.

00:30:18: Dann muss man natürlich entsprechend dokumentieren und eintragen.

00:30:22: Siebenundneinzig Prozent dieser Anfragen bleiben unbeantwortet weil die Kapazitäten einfach nicht da sind.

00:30:28: Und dann hat man noch das Problem wenn man dann einmal ein Angebot bekommt ist das wesentlich teurer als auf der Straße zu fahren.

00:30:36: komme ich jetzt ganz ketzerisch und sage okay, die Sekundärrotstoffe müssen wir teuer mit der Bahn fahren.

00:30:43: Aber der Primärrotstoff kann mit dem Lkw angeliefert werden egal von wo er kommt und wie viel Kilometer gemacht hat.

00:30:49: Und da sage ich sorry das ist nicht im Sinne einer Kreislaufwirtschaft.

00:30:53: zum einen und ich verstehe es aber auch die Industrie sagt naja moment ihr kennt uns nicht dort wo wir schon abhängig sind auch noch zwingen aber dann könnt ihr die Sekundärrohstoffe künstlich schlechter stellen und dann noch mit einem bürokratischen Aufwand versehen, weil wir müssen diese Transporte eintragen.

00:31:09: Also jetzt haben wir zwei Benachteiligungen eigentlich besprochen, nämlich die unehrlichen Preise.

00:31:15: also dass es die primären Rohstoffe billiger sind, weil einfach die ganzen Zusatzkosten nicht mit eingerechnet werden?

00:31:20: Und wir machen die sekundäre Rohstoffen auch noch teurer, da wir sagen naja ihr müsst's mit der Bahn fahren, weil das ist nachhaltig!

00:31:25: Unterschreib ich sofort.

00:31:27: Super, aber nicht

00:31:29: zu Ende gedacht.

00:31:32: Gut gedacht, aber in Umsetzung im Moment noch nicht möglich, weil die Railcargo schreibt rote Zahlen im Moment und rauf dass sie zusammenkommen auch schwierig für Sie.

00:31:41: Sie haben die Kapazitäten einfach nicht, sie haben das Wagenmaterial nicht, Sie haben das Lotz nicht.

00:31:47: ist schwierig ja?

00:31:49: auch einen Ganzzug Müll zusammenzubringen, das sind fast tausend Tonnen.

00:31:52: Das muss man mal zusammenbringen logistisch und infrastrukturmäßig, soweit sind wir noch

00:31:57: nicht.".

00:31:58: Aber jetzt haben wir doch die Kreislaufwirtschaft als Teil unserer Industriestrategie!

00:32:02: Und wir haben auch eine österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie – und die EU arbeitet ja jetzt an einer neuen Strategie bis Ende des Jahres.

00:32:10: Wird das diese Probleme lösen?

00:32:12: Wir sind anschieber und da widerspreche ich der Valerie ein bisschen oder sage jetzt mal dem Eindruck, der jetzt hier entstanden ist.

00:32:18: Ja die Gesetzgebung hindert uns daran.

00:32:22: Sage ich jetzt einmal das Regulativ und das Abfallrecht wenn man so will is auf der einen Seite ein Boost und auf der anderen Seite eine Bremse.

00:32:29: Also vom Booster bin noch nix gehört?

00:32:30: Naja... Ich war viele Jahre im Ausland unterwegs und hab dort auch mit Abfallwirtschaft zu tun gehabt.

00:32:37: Und das, was ich dann dort versucht habe mit den verschiedenen Regierungen und Ministerien umzusetzen im Bereich Kreislaufwirtschaft.

00:32:46: Ich bin immer mit dem österreichischen Abfallwirtschaftsgesetz gekommen und mit der Deponieverordnung und Allsac und hab gesagt, Schatz!

00:32:54: Das ist eine Methode, um Mengenströme einmal zu kanalisieren ganz grob.

00:32:59: Nicht sagen nicht, du musst alles, was da jetzt steht, umsetzen aber die Grundideen, die da drinnen stehen Die sind notwendig.

00:33:07: Und die sind notwendigt zum Schutz der Umwelt, der Personen aber enablen auch die Kreislaufwirtschaft und die Entsorgungswirtschaft überhaupt Sachen zu machen.

00:33:17: Wenn es das regulativ nicht gäbe würde hier jeder machen was er will und sage ich jetzt einmal.

00:33:22: dass ist in einer idealen Welt wo alle häre Ziele verfolgen Der Abfall geht immer den Weg der geringsten Kosten.

00:33:29: und wenn ich eine Möglichkeit eröffne

00:33:38: Und deswegen habe ich vorher gemeint, dass Abfallrecht per se schlecht zu reden ist nicht das worauf es hinausläuft.

00:33:44: Weil das Abfallrechte ist ein Stand in einer Zeit, in der es wirklich um Gesundheits- und Umweltschutz gegangen ist – und dafür ist es auch wichtig!

00:33:52: Aber es ist gedacht gewesen in einem linearen System, wo es darum geht am Ende dann sicherzustellen dass Umwelt und Gesundheit nicht gefährdet werden.

00:33:59: Und jetzt müssen wir dieses Abfallrecht einfach umdenken in ein zirkulären System, womöglichst früh möglichst viele Materialien gleich wieder eine Nutzung geraten bevor sie eben am Ende ihres Lebenszyklus stehen.

00:34:11: Das werden wir machen mit dieser kommenden Gesetzgebung.

00:34:14: Es wird kein einzelner Wurf sein.

00:34:16: Hier ist

00:34:16: gerade Weihnachten wünscht durch.

00:34:18: was

00:34:18: Das sind frau meine Wünsche, wenn ich das gleich fortsetzen kann.

00:34:22: So funktioniert das leider halt nicht weil wir können uns hier hinsetzen oder Hundert Experten um den Tisch und wir werden ein wahnsinnig perfektes System zusammenbringen.

00:34:31: in der Umsetzung werden wir dann genauso kleglich schleitern.

00:34:34: Das ist einfach ein Prozess den wir uns zugestellen müssen.

00:34:36: Ich bin schon sehr froh dass die Kommission aber auch die österreichische Bundesregierung und die verantwortlichen Ministerien das erkannt haben.

00:34:46: Wir bewegen uns eine richtige Richtung und ich glaube, dass es wird ein ständiger Dialog.

00:34:51: Und ein gegenseitiges, kann ich fast sagen Genguin sein wo jeder einmal ein bisschen aus haut.

00:34:57: aber ich glaub' Es gibt einen Konsens darüber in welche Richtung es geht und das ist glaube ich das Wichtigste.

00:35:03: Dann schließt man's ab.

00:35:04: ganz zum Schluss gehen wir auf full circle.

00:35:07: Wie schließ sich der Kreis in der Abfallwirtschaft?

00:35:11: Der schließt sich dort, wo Mülltrennung eben nicht mehr als Ende von der Kette verstanden wird.

00:35:16: Sondern das Anfang von der nächsten Wertschöpfungskette.

00:35:19: und wieso Kreisläufe schließen noch nicht einen?

00:35:22: Dann sage ich vielen Dank für das Gespräch!

00:35:24: Es ist wichtig dass wir verstehen, dass wir unsere wertvollen Rohstoffe nicht einfach im Boden vergraben oder wegschmeißen sondern dass wir da auf Schätzen sitzen die wir heben wollen.

00:35:32: Danke euch!

00:35:33: Danke dir!

00:35:36: Das war's für heute bei Full Circle.

00:35:39: Wenn dir die Folge gefallen hat, dann schauen unsere Show Notes.

00:35:42: Dort findest du den direkten Link zu unserem Substack-Newsletter und unserer Steady Community.

00:35:48: Mit eurem Support über Steady können wir Full Circle weiterhin unabhängig produzieren Und wir bedanken uns auch für die Startförderung von der Wirtschaftsagentur Wien.

00:35:57: Bis zum nächsten Mal!

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