Minimist: "Amazon" für Second Hand

Shownotes

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Podcast Produktion: Tatjana Lukas, Happy House Media. Visual Design: The Gentlemen Creatives Das Circular Economy Forum Austria unterstützt mit Expertise und Netzwerk. Medienstartförderung Wirtschaftsagentur Wien Der Podcast ist redaktionell unabhängig.

Links: Minimist Circular Economy Forum Austria The True Cost - Doku - Unterrichtsmaterial

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00:00:00: Bis ich zwanzig war, war ich die klassische Fast-Fashion-Shopperin oder Konsumopfer.

00:00:08: Mich interessiert vor allem die gesellschaftliche Transformation.

00:00:11: wie kommen wir dazu dass Menschen neu als neu für sich begreifen und nicht unbedingt als neu produziert?

00:00:20: Also mich würde sehr freuen wenn wir in fünf Jahren einen Marktplatz haben wo man dann secondhand so konsumieren kann wie man es jetzt auf Amazon gewohnt ist In England.

00:00:32: ganz viele der Charities haben Secondhand-Läden.

00:00:36: Also wir bekommen Sachspenden, es fehlt einfache Sachspende für die einzusammeln als Geldspenden und diese Sachspinden werden dann verkauft und mit uns jetzt noch viel mehr verkauft.

00:00:47: das heißt sie verkaufen im Schnitt also nach zwei drei Monaten nach dem Onboarding viermal soviel wie vor Minimist.

00:00:56: Es braucht diese kleineren, lokaleren, sichtbareren und greifbaren Handlungsfelder.

00:01:02: Damit jeden Einzelnen auch seine Wirkung bewusster wird – ein Incentiv gibt!

00:01:07: Warum sollte ich das machen?

00:01:10: Das ist ein Weg in die Wirtschaft von morgen.

00:01:13: Willkommen bei Full Circle den Podcast über Kreislaufwirtschaft Und wie es in der Praxis wirklich funktioniert.

00:01:20: Ich

00:01:20: bin Nadja Hahn.

00:01:22: Ich spreche mit Menschen, die Lösungen finden wie Vero-Stoffe länger im Kreislauf halten.

00:01:27: Damit Geld verdienen und der Umwelt etwas

00:01:29: Gutes

00:01:30: tun.".

00:01:32: Heute geht es um Minimist – das ist ein Wiener Startup!

00:01:36: Das hat eine KI-Scanner Software entwickelt, mit der Secondhand Shopmemnet jetzt richtig gut werden soll.

00:01:43: Und Investoren sind auch schon überzeugt, weil MinimIST hat gerade eine Million Euro aufgetrieben.

00:01:49: Neben mir sitzt die Anna Greil, Mitbegründerin von Minimists Und lächig müde.

00:01:55: Das war ein harter Weg!

00:01:57: Hallo Amar, schön dass du da bist.

00:01:59: Danke für die Einladung.

00:02:01: Mit dabei ist auch die Karin Huberheim vom Circular Economy Forum Austria.

00:02:07: Hallo Karin, schön das du da ist.

00:02:08: Danke for the Einladungen Nadja.

00:02:10: Im Sinne der journalistischen Transparenz sage ich wieder wir kenneneinander aus dem beruflichen Umfeld schon länger und sind deshalb per Du und wollen das jetzt für diesen Podcast nicht ändern?

00:02:22: Anna, bevor wir uns in deinem Thema stürzen, möchte ich gern wissen warum du so für diese Sache brenzt.

00:02:28: Das ist ja nicht dein erstes Projekt!

00:02:29: Du hast ja angefangen mit einer Online-Kleidertauschbörse upgraded, hat die geheißen?

00:02:36: Jetzt trägst du das Ganze weiter mit dieser KI Scanner Software.

00:02:39: Klingt ziemlich schwierig.

00:02:41: Warum machst du es dir nicht einfacher?

00:02:42: Warum brenntest du so viel für diese Sachen?

00:02:44: Gute Frage... Ich glaube der Grund warum mich damals gestartet habe war irgendwie sehr überraschend.

00:02:52: Also es war nie mein Plan, Unternehmerinnen zu werden, es war nicht mein Plan irgendwie in diesem Bereich zu arbeiten.

00:02:57: um ehrlich zu sein ich dachte immer, ich werde Buchhalterin oder... Buchhaltern!

00:03:03: Vielleicht kann man das jetzt auch wieder brauchen.

00:03:07: Bis ich zwanzig war, war ich die klassische Fast-Fashion Shopperin oder also Konsumopfer Und ich bin wöchentlich, glaube ich zu den Fast Fashion Brands gelaufen.

00:03:20: Hab mir die coolen neuen Kleider gekauft und mich danach super selbstbewusst und gut gefühlt... ...und dann nach ein zwei Tagen ist das wieder abgeflacht!

00:03:28: Also ich war so in einem klassischen Toxic Fashion Cycle drinnen würde ich es nennen Und durch Zufall hat sein Freund damals dann angefangen sich mit der Modebranche auseinanderzusetzen und hat mir da ein Adoku-Durchgeschickt, wo es eben um Fast Fashion ging.

00:03:44: Die Auswirkungen auf die Umwelt und auch auf die Leute, die Mode machen.

00:03:49: Ich war extrem geschockt und wir haben beide zugleich das Experiment gestartet.

00:03:53: Ist es möglich?

00:03:54: Ist es wirklich umsetzbar keine neue Kleidung mehr zu konsumieren?

00:03:58: Und tatsächlich ist es so.

00:04:00: Ich glaube, ich kann die Neukäufe, die ich getätigt habe in den letzten fünf Jahren an einer Hand abzählen.

00:04:05: Wow!

00:04:06: Genau und da hat das gestartet und ja seitdem in der Branche geblieben und ich glaub dann auch mit Minimist weiter daran zu arbeiten, mir ist ein super spannender Fakt... entgegnet vor ein, zwei Jahren in einem Podcast wurde erwähnt dass wir im Moment schon genug Kleidung hätten für die nächsten sechs Generationen.

00:04:26: Ich glaube ehrlich gesagt der Fakt ist mehr.

00:04:28: um das anschaulich zu machen ich bin mir nicht sicher wie wissenschaftlich bestätigt er isst aber es macht extrem anstaulig wie viel Dinge wir schon haben und ja seitdem gibt's irgendwie für mich keine andere Option mehr außer daran zu arbeiten das zur möglichen dass diesen Dingen zweites Leben geschenkt wird.

00:04:45: Super, aber jetzt möchte ich natürlich wissen wie diese Doku gehessen hat.

00:04:49: Die dich so beeindruckt hast.

00:04:50: weißt du es noch?

00:04:52: Gute Frage!

00:04:53: Wenn nicht das auch egal oder?

00:04:56: The true cost of fast fashion glaube ich.

00:04:58: Okay vielen Dank Karin.

00:05:00: ich weiß du trickst auch gerne Secondhand Mode und sprichst doch immer drüber.

00:05:04: Ich sehe dich immer sehr gut angezogen.

00:05:06: Sprich über den Glamour Factor Und sag uns einfach, was dich als Expertin für Kreislaufwirtschaft zu reißt an dem Thema.

00:05:13: Warum ist das auch für dich persönlich so wichtig?

00:05:16: Also der Kleimerfaktor für mich ist eindeutig, dass Second-Handstücke viel individueller sind.

00:05:22: Ich kann also... Das sind Einzelstücke in den allermeisten Fällen und mein Schrank ist voll mit Dingen aus den Sechzigern, Siebzigern-, Achtzigerjahren, Neunzigerjanen – und das ist großartig!

00:05:32: Die kann man immer noch anziehen.

00:05:33: und im Gegenteil wenn ich sowas anhabe fragen mich Leute, wo hast du das her?

00:05:38: oder was ist das?

00:05:40: Was nicht der Fall ist wenn ich mit einem Fast-Fashionstück komme.

00:05:43: Das sehen andere Leute ohnehin auch im Karsten hängen haben und dass sie sofort erkennen.

00:05:47: also ganz eine andere Liga!

00:05:49: Und als Wissenschaftlerin interessiert mich eigentlich der Teil der Transformation.

00:05:54: wir haben gelernt so zu konsumieren, so zu produzieren.

00:05:59: So zu wirtschaften in den letzten vierzig Jahren und mich interessiert die Transformation?

00:06:04: Wie kommen wir jetzt wieder in ein anderes Mindset?

00:06:07: also nicht nur wie kommen wir zu anderen Produkten oder Materialien oder Prozessen?

00:06:11: das ist ein Teil davon.

00:06:13: Mich interessiert vor allem auch ich bin Sozialwissenschaftlerin mich interessert vor allem die gesellschaftliche Transformation.

00:06:19: Wie kommen wird dazu Menschen zu einem anderen Mindset zu verhelfen?

00:06:25: dass Menschen neu als neu für sich begreifen und nicht unbedingt als neu produziert.

00:06:31: Das ist genau der Grund, warum es diesen Podcast gibt weil wir uns mit diesem Systemwandel beschäftigen wollen und der interessiert uns alle drei und hoffentlich auch unsere Hörerinnen.

00:06:42: Ich möchte zu Beginn wieder eine Zahl ins Rennen schmeißen und zwar weniger als zehn Prozent von den verfügbaren Secondhand Artikeln schaffen es derzeit auf Online-Plattformen Und der Rest, der landet am Müll oder in Afrika und wir wissen das zieht hunderttausende andere Probleme nach Sicht.

00:07:02: Jetzt möchte ich natürlich wissen Anna warum ist das so?

00:07:05: Warum landen diese Second Hand Artikel nicht auf Plattformen?

00:07:09: Warum ist es so schwer die zu verkaufen?

00:07:11: um was ändert ihr daran?

00:07:12: Ja ich glaube mit Fast Fashion mittlerweile sagt man ja schon Real Time Fast Fashion zu Schienen & Co.

00:07:20: Die Produkte, die produziert werden, unterscheiden sich nicht mehr so sehr von Plastiksackköln.

00:07:25: Wenn man sich's anschaut... Also wenn er aus Polyester produziert und man kann hier um ein bis zwei Euro kaufen, dann verwendet ihr ein paar Mal und dann schmeißt man sie auch weg.

00:07:32: Ja das sieht man leider immer, immer mehr!

00:07:34: Und warum landen die nicht auf Online-Plattformen?

00:07:37: Warum werden die nicht wiederverwendet?

00:07:39: Meiner Einschätzung nach ist es ein wirtschaftlicher Grund.

00:07:42: Das ist wirtschaftlich nicht rentabel, also jetzt vor allem mehr auch für professionelle Verkäuferinnen.

00:07:48: Also wenn man das als Privatperson oder als Hobby macht kann man... Dinge digitalisieren, die zwei drei Euro noch wert sind.

00:07:54: Als professioneller Verkäufer rentiert sich es wirtschaftlich nicht.

00:07:57: also wie man eh schon gesagt haben ist in alles Einzelteile.

00:08:00: Die muss ich einzeln fotografieren.

00:08:02: dann muss ich eine Produktin vor schreiben.

00:08:04: da muss mir überlegen wie viel kostet das?

00:08:05: Genau

00:08:06: genau

00:08:06: zur Aufwendigkeit einfach oder?

00:08:07: Also im Schnitt dauert der manuelle Prozess irgendwas zwischen zehn bis zwanzig Minuten um wirklich eine gute Produktbeschreibung und das dann online zu platzieren.

00:08:16: und wir wollen das Problem mit Minimist lösen indem dass wir das auf unter einem oder wenn man eine schnelle, gute Sendie hat unter dreißig Sekunden digitalisieren kann.

00:08:26: Und das macht die Software!

00:08:28: Wie geht es?

00:08:28: Also versuchst uns mal zu beschreiben.

00:08:31: Wir haben vor uns eine imaginäre Jacke

00:08:34: Genau, also ich würde die Jacke entweder aufhängen oder auf einem Tisch platzieren und dann zwei drei Fotos von dem Teil machen.

00:08:42: Also ich mache ein Foto von vorne, ich mache eine Foto vom hinten, dann von dem Größenlabel.

00:08:47: oder wenn es jetzt das Care Label, also Material und die Beschreibung gibt, würde ich auch von Dömm noch was machen.

00:08:53: Und die meisten, die unsere App verwenden oder das was es auch so cool macht ist.

00:08:57: Ich kann jetzt nicht nur eine Jacke machen sondern ich würde jetzt diese vier Fotos von einer Jacke und wird mir dann das nächste Ding nehmen und gleich weitermachen und Fotos machen und es wird dann automatisch getrennt okay?

00:09:08: Die vier Fotost gehören zur Jacke, die drei Fotos gehören zum Pflanzentopf, die zwei Fotos gehört zu den Kopfhörern und im Hintergrund wird dann das Listing erstellt und also das heißt da steht dann das Produkt wiederkant.

00:09:21: sagen wir das Tommy Hilfiger, Chinesjacke.

00:09:23: Der Titel wäre dann Tommy Hilfigger, Chinsjacke.

00:09:25: der Zustand wird erkannt basierend auf dem Foto oder es gibt auch ein Audio-Input.

00:09:33: Genau das heißt während ich ein Foto mache kann ich zusätzlich sagen da gibt's einen kleinen Fehler unten auf der linken Seite den man jetzt am Bild nicht so gut erkennt.

00:09:42: oder das Care Label ist leider schon ausgewaschen aber ich bin mir ziemlich sicher dass das aus Baumwolle ist, also noch zusätzliche Dinge die ich als Mensch feststellen kann.

00:09:52: Die man jetzt vom Bild vielleicht nicht erkennen kann?

00:09:54: Genau und dann wird die Beschreibung erstellt Kategorie Farbe Größe Material wo das produziert wurde Also alle Infos die man vom Bilder kennen kann aber auch alle Info's die wir von ähnlichen Produkten diesem Netz gibt, finden und die zu dem Listing passen.

00:10:10: Und der wichtigste Teil ist wahrscheinlich es wird dann eine Preiseinschätzung geben das im Secondhand-Markt nach wie vor mit Abstand die größte Herausforderung glaube ich, wie viel dieses Ding wert ist,

00:10:21: v.a.,

00:10:21: wenn sie so ein Vintage-Teile handelt.

00:10:23: Genau!

00:10:23: Dann gibt's einen Preisverschlag und mit einem Klick ist es auf mehreren Plattformen von eBay, Vintet will haben und Co.

00:10:32: online.

00:10:32: Also ihr kooperiert es mit den Plattformen?

00:10:34: Oder macht das der Verkäufer, oder wie geht das denn?

00:10:37: Mehr oder weniger.

00:10:38: Wir haben Anbindungen mit Plattformens.

00:10:40: Die engste Kooperation haben wir eigentlich mit eBay.

00:10:42: Wir arbeiten hauptsächlich in England und da ist ebay der stärkste Marktplatz.

00:10:46: Genau!

00:10:46: Es kann aber auch auf anderen Plattforms gelistet werden.

00:10:49: Okay... Und das macht diese Scanner Software.

00:10:52: Das heißt eure Kunden sind in erster Linie die Verkäufers.

00:10:55: Sind das Privatpersonen?

00:10:56: Sind das Charities?

00:10:58: NGOs?

00:10:58: Wer sind die Kunden?

00:11:01: haben

00:11:02: bewusst mit professionellen Verkäufern gestartet, einfach weil die ein viel höheres Volumen haben.

00:11:08: Also Privatpersonen listen im Schnitt um die zwanzig Teile pro Monat und da ist das Problem schon vorhanden aber jetzt nicht so dramatisch.

00:11:17: ich hatte damals einen Mentor der hat mich immer gefragt ist die Lösung die er anbietet eher Schmerztablette oder so Vitamin C Supplement-Tablette.

00:11:27: Was meint er damit?

00:11:29: Schmerz-Tablette ist, also man muss die jetzt wirklich nehmen.

00:11:31: ich habe Schmerzen es gibt keinen Ausweg.

00:11:33: ich brauche eine Lösung und die Supplements sind ja.

00:11:37: wenn ich's jetzt heute vergesst dann nehme mich halt morgen zwei oder... Also ich weiß nicht wie es anderen Personen geht aber mir passiert das sich immer wieder vergessen und dann wieder anfangen und dann aufhören.

00:11:46: Also man braucht sie jetzt nicht so unbedingt!

00:11:49: Und für die professionellen Verkäufer sind wir mehr Schmelztablette, würde ich sagen.

00:11:54: Und für Privatpersonen sind wir eher wie Supplements.

00:11:57: also man kann Minimist verwenden aber es ist jetzt auch kein Weltuntergang wenn man's manuell digitalisiert.

00:12:03: das heißt wir arbeiten hauptsächlich mit professionellen Verkäufern.

00:12:07: die Läden haben vor Ort Die meisten sind Charities in England die verkaufen und die riesige Volumen haben.

00:12:14: Also, die digitalisieren am Tag hundert bis zweihundert Teile und würden das auch gerne noch viel mehr skalieren mit so Möglichkeiten wie es jetzt mit KI gibt.

00:12:23: Und ihr schneidet dann mit?

00:12:24: Ihr kriegt's denn eine Provision?

00:12:26: Teilweise ja!

00:12:27: Das ist super interessant.

00:12:28: Es ist unterschiedlich von Markt zu Markt also wir haben irgendwie anhand der Bepreisung oder anhand unseres Geschäftsmodells herausgefunden Wie sehr Secondhand oder auch der Onlineverkauf in den Märkten etabliert ist.

00:12:41: In England und in Irland ist der Fall, die professionellen Verkäufer machen das seit zehn Jahren auf eBay, sie wissen dass sich das rentiert.

00:12:49: Die haben schon ihre Zahlen und die wissen die können fünfzig Cent oder noch mehr pro Stück zahlen.

00:12:54: Das heißt, bei denen verlangen wir Pro-Listing weil das also für sie irgendwie mehr Sinn macht.

00:12:59: in anderen Märkten jetzt in der Dachregion zum Beispiel ist die Risikopereitschaft geringer und auch das ganze Thema weniger etabliert und diese sind froh wenn wir ein Teil des Risikos quasi übernehmen und das dann überhaupt Provision machen.

00:13:13: Das heisst es von Markt zu Markt unterschiedlich.

00:13:16: eigentlich würden wir gern Pro Listing was verlangen.

00:13:19: Also weil der Welt, der generiert wird entsteht dort und dann nicht erst auf den Marktplätzen

00:13:23: usw.,

00:13:24: aber für uns ist es gleich rentabel oder teilweise sogar rentabler Provision zu verlangen in anderen Märkten.

00:13:31: Karin als Expertin und Secondhand-Mode liebhaberinnen?

00:13:34: Was hat das für ein Potenzial?

00:13:36: Das ist jetzt ein Wiener Startup offenbar sehr überzeugend, weil sonst hättet ihr nicht eine Million gerade aufgetrieben.

00:13:41: dazu kommen noch.

00:13:42: Aber es geht ja auch darum immer wieder auf Unternehmen zu schauen, die etwas erfinden, wovon auch andere profitieren können.

00:13:50: Was ist der Golden Nugget hier?

00:13:51: Der golden nugget aus meiner Sicht ist dass das einfach gemacht wird und ich glaube dieser Systemwechsel oder dieses andere Verhalten ist dann erfolgreich wenn man's einfach macht.

00:14:03: wir sind bequemlichkeitsgetriebene Wesen und verwöhnt.

00:14:07: was das anbelangt halt ich solche Modelle, die es dem Verkäufer oder dem auf den Markt bringen wie auch immer man das jetzt nennen möchte einfach macht.

00:14:18: sich anders zu verhalten.

00:14:20: Halt dich für sehr, sehr lohnen und wir brauchen diese sogenannten Enabler also Befähiger.

00:14:25: Und das sind Plattformen, das sind digitale Mittel.

00:14:29: Das kann alles sein was ein Service und in eurem Fall eben ist.

00:14:32: der Service dass ihr bereitstellt ist eben dass die KI sehr viel Arbeit abnimmt.

00:14:38: Und da sehe ich großes Potenzial.

00:14:39: Also mich wundert eigentlich, dass Plattform wie Winted oder Ebay das nicht schon selbst längst erfunden haben.

00:14:48: Weil das, denke ich mal ist für die ein echtes Asset.

00:14:51: Ich schätze mal, wir werden bald gekauft werden also... Ich glaube, dass es durchaus im Bereich des Möglichen, weil das genau das was wir brauchen.

00:14:59: Einfache Möglichkeiten in Gang zu setzen den Kreislauf.

00:15:03: Und das Spannende ist ja, daß es eine KI-Lösung ist und wir hören in diesen Gesprächen über die Kreislauftwirtschaft immer wieder wie wichtig die KI wird einfach um zu wissen Welche Rohstoffe haben wir eigentlich schon?

00:15:16: Wo sind die, wie kann ich die archivieren und woher weiß ich denn überhaupt auf welchen Schätzen ich sitze um es jetzt mal so auszudrücken.

00:15:24: Und das könnten ja ganz viele Unternehmen übernehmen oder absolut

00:15:28: dokumentieren.

00:15:28: nach Verfolgen da ist auch das Potenzial in bei allen Materialien also jetzt abseits von Textilien riesig dass man bis hin zu Satelliten Daten wo sich gewisse Lager bilden, dass man Materialien mit IoT Trackern versieht Ein Internet of Things Tracker, das ist sozusagen wie eine Prägung in einem Stahlrohr oder einem Kran und dass man dann feststellen kann über die Daten, die dieser Tracker zurückspielt.

00:15:57: In welchem Zustand ist der?

00:15:59: Wo ist er geographisch gelagert?

00:16:01: Ab wann muss etwas servisiert werden oder ab wann kann ich dieses Material zurückholen?

00:16:08: Diese digitalen Möglichkeiten bieten uns jetzt wirklich die Chance, diese Kreisläufe zu operationalisieren und zu beschleunigen.

00:16:17: Und das Thema ist komplex – es ist einfach sehr umfassend und genau dafür ist KI eigentlich geeignet, dass sie uns hilft, die Komplexität zu ordnen, übersichtlicher zu machen und begreifbarer zu machen.

00:16:30: Mich interessiert den Investoren!

00:16:33: Wie war denn das mit denen?

00:16:34: Also worauf sind die am meisten abgefahren und wie habt ihr das geschafft, so viel Geld zu bekommen als kleines Startup.

00:16:41: Ich

00:16:41: glaube ein großer Teil – ich hoffe es klingt nicht arrogant oder was aber ein großer Teile ist wirklich Team- und Beziehungen.

00:16:50: Und viele der InvestorInnen, die kannte ich schon von Uptraded.

00:16:55: Also es ist für mich super lustig, weil ich habe den damals Uptraded gepitzt.

00:16:59: Da gab's kein klares Geschäftsmodell und viel mehr Fragezeichen auch im Team Und die kannte ich dann halt und war immer wieder im Austausch mit denen.

00:17:07: und zu dem Zeitpunkt wo ich bei Minimist eingestiegen bin ist ein Teil der Investoren an die bei Uptrading investiert waren oder eigentlich alle sind beim Minimists mit eingestigen und haben investiert was Super war.

00:17:20: also schon einmal irgendwie.

00:17:22: ein großes Lob auch irgendwie, dass die sagen okay Projekt eins hat jetzt weniger funktioniert.

00:17:27: Wir sind jetzt bei Projekt zwei noch mal dabei weil wir anders glauben Auch dann mit den anderen.

00:17:32: Also unser Lead Investor Tilia Visi Die habe ich vor drei Jahren oder so irgendwas kennengelernt, die haben damals abgelehnt.

00:17:39: Und dann jetzt durch Zufall bei einem Ashoka-Programm in Prag, habe ich gesagt.

00:17:44: Ich bin im Prag und wollen wir uns treffen.

00:17:46: Ashoka ist eine philantropische Organisation die Sozialunternehmen hilft?

00:17:51: Genau,

00:17:52: genau!

00:17:52: Im Prag haben wir uns dann wieder getroffen und dann habe ich erzählt was Minimist macht und ja und dann ging es eigentlich relativ schnell.

00:17:58: also viel basiert wirklich auf... Beziehungen und Personen, die mich und teilweise meine Co-Founder schon länger verfolgen – also über Jahre hinweg.

00:18:09: Und sie sehen das da wirklich eine Leidenschaft dahinter ist, dass da ein Netzwerk dahinter steht, dass extrem viel Wissen auch dahintersteht... ...und jetzt nicht einfach nur ein Startup-Video mit Geld zu machen!

00:18:21: Ich glaube, das war ein Riesenteil.

00:18:22: und das was schon auch spannend ist.

00:18:24: Also Minimist des Geschäftsmodells ist wirtschaftlich auch extrem spannend.

00:18:29: also es ist ein klassischer Investment Case.

00:18:31: Es ist ziemlich leicht verständlich Das Risiko ja nach wie vor gegeben aber so ich glaube also auch wenn man sich wenig für dieses Thema interessiert der Markt wächst extrem das Erkennendmarkt ich glaube Jahr für Jahr um die fünfzehn Prozent Und auch viel schneller als der klassische Retail.

00:18:47: also auch Wenn mich das Thema überhaupt nicht interessiert dann könnte man trotzdem da investieren, weil die Zahlen einfach passen.

00:18:54: Und was war es jetzt für den Investoren?

00:18:56: Was war das Ausschlaggebende?

00:18:58: War's die Skalierbarkeit?

00:19:00: Haben die gesehen, was wir gerade besprochen haben, dass man so eine Software in vielen Unternehmen brauchen kann?

00:19:06: Also

00:19:06: der Großteil unserer Investoren sind Impact-Investoren.

00:19:10: Für ne gute Sache!

00:19:12: Genau, denen quasi nicht nur der Return on Investment im finanziellen Sinn wichtig ist sondern sie wollen auch an Impact sehen.

00:19:20: Und für die war schon ein Riesengrund, dass sie sehen was für einen Impact das haben kann.

00:19:25: Also wenn das Digitalisieren von den Gegenständen dies bereits schon gibt vereinfacht wird und wenn es jeder machen wird dann können's bald sowas wie Amazon geben aber halt secondhand.

00:19:36: Ist das eure Vision?

00:19:38: So in die Richtung, ja.

00:19:40: Okay, klopfen nicht kleckern!

00:19:42: Genau.

00:19:43: also ich glaube das war schon ein großer Teil.

00:19:45: aber man muss auch sagen wir sind noch relativ frühfasig.

00:19:49: es war jetzt unsere erste richtige Finanzierungsrunde, die Pre-Seat Runde.

00:19:53: da zählt auch ganz viel des Team.

00:19:55: Die haben uns alle persönlich kennengelernt und ich glaub dass das Team mit dem Ich gerade extrem happy bin Also ich könnte mir keine coolere Truppe vorstellen als die mit denen ich jetzt gerade arbeite

00:20:07: die zwei anderen Mitbegründer.

00:20:08: Der

00:20:09: Stefan und der Robert, ja!

00:20:11: Im Team hat sich auch viel getan.

00:20:13: den Stefan habe ich vor zwei drei Jahren schon kennen gelernt und dann über verschiedene Wege fanden wir dann zusammen in der Konstellation.

00:20:21: aber ich glaube das war auch ein Riesenfaktor.

00:20:23: Und

00:20:23: deine Rolle ist jetzt was?

00:20:25: In diesem Dreier-Team?

00:20:26: Jetzt fällt mir die Buchhalterin wieder ein Raust du diese schlummernde Leidenschaft jetzt?

00:20:31: Nein also Gott sei Dank.

00:20:32: Also ich hab herausgefunden mein Herz während nicht so viele Buchhaltungen Also vielmehr für andere Dinge.

00:20:39: Ja, meine Rolle offiziell ist COO also Head of Operations und Operations is alles irgendwie.

00:20:46: Also alles was halt anfällt und was sonst niemand macht.

00:20:49: das heißt jetzt von Fundraising also Finanzierung mache ich ganz viel aber dann teilweise auch Marketing in den letzten Monaten viel Sales auch.

00:21:00: ja Ich würde sagen dass ich bin nicht expert in einem bestimmten Bereich sondern Ich verstehe alles irgendwie so ein bisschen, weil ich also in einem Start-up muss man eh immer das machen was gerade gebraucht wird und dann ergibt sich das immer so gar nicht wer etwas macht.

00:21:15: aber genau hauptsächlich so Finanzen intern schauen dass die Prozesse passen usw.

00:21:22: Aber dann punktuell auch Sales und andere Dinge.

00:21:25: Könnt ihr für eure Investoren auch die Emissionseinsparungen rechnen?

00:21:29: Also kommt es mit sozusagen

00:21:31: Ja, und sollten wir auch.

00:21:34: Es ist jetzt gerade im Moment echt noch schwierig.

00:21:36: Also es sind Annäherungen.

00:21:38: Ebay hat letztes Jahr ziemlich coole Guidelines veröffentlicht wie's berechnet werden kann also Rebound-Effekt und die ganzen Dinge irgendwie erforscht...

00:21:51: Was meint man damit?

00:21:55: irgendwie so.

00:21:55: die Frage, okay ich gebe jetzt weniger Geld aus für Second Hand oder ich kaufe jetzt Second Hand aber kaufe dann trotzdem mehr.

00:22:02: Also ich kauf zu Beginn zehn Teile bei Zalando und ich kauf dann Second Hand, kaufe ich jetzt dann fünfzehn Teile?

00:22:10: Oder kaufe nach wie vor zehn Teilen?

00:22:12: also was

00:22:13: wichtig wäre eigentlich insgesamt weniger zu kaufen und sich nicht quasi damit zu belügen Ich habe E-Second Hand geschoppt.

00:22:19: Also kann ich jetzt insgesamt mehr shoppen?

00:22:21: Ja, genau.

00:22:23: Out to self!

00:22:27: Genau aber im Reporting wird es nachgefragt also quartalsmäßig und wir sind jetzt gerade kurz nach der Finanzierungsrunde mit Ihnen dran gemeinsam die Impact Strategie noch zu verbessern Ziele und Targets festzusetzen, die wir erreichen wollen.

00:22:46: Aber ja voll!

00:22:47: Also da ist eine Paar dabei, die wirklich drauf schauen Und das freut mich extrem weil es gibt so viele So-called Impact Investoren Die halt dann investieren und denen ist eigentlich also Ja Also die wollen schon, dass man was Gutes tut.

00:23:02: Aber die hinterfragen das jetzt dann auch nicht so kritisch oder die wollen jetzt auch nicht von dir quartalsweise, dass du das Report testst und deswegen... Das hat mich also mehr Aufwand für uns und es ist ein komplexes Thema.

00:23:13: aber es hat mich extrem gefreut weil sie dann auch hinter dem stehen, was Sie sagen.

00:23:17: Aber ihr müsst jetzt quasi wirklich in Zahlen nachweisen?

00:23:20: Dass verursacht weniger Müll, dass verursucht weniger CO²!

00:23:24: Ja wie macht Ihr

00:23:25: das?!

00:23:32: Also intern, wir haben schon viele Daten.

00:23:36: Wie viel wird digitalisiert?

00:23:37: Wie viel von dem wird dann auf den verschiedenen Plattformen verkauft?

00:23:41: auch im Endeffekt und da gibt es eben so Annäherungen dass man sagt okay Man rechnet, also sagen wir Hausnummer wie im Tausend Teile verkauft.

00:23:49: Wir rechnen damit das sechzig Prozent von denen an Neukauf verhindert haben.

00:23:54: Ich glaube dass was in unserem Fall auch wichtig ist... ...wir verwenden KI-Technologien.

00:23:58: Also da darf man jetzt auch nicht wegschauen davon!

00:24:01: Weil das viel Energie braucht?

00:24:02: Ja.

00:24:02: Energie und Wasser brauchen

00:24:04: wir extrem.

00:24:05: Und ich glaub eben für uns es ist wichtig... ...also einmal okay das wir verhindern Neukäufe.. ..und dann aber auch was ist der negativer Impact den wir verursachen?

00:24:13: und das ganz klar.

00:24:14: Also die Lösungen, die wir verwenden transporten.

00:24:17: Die Kleidungsstücke und andere Dinge werden versendet und eben so die verschiedenen Perspektiven aufzuzeichnen.

00:24:23: Und ich glaube ein cooler Effekt.

00:24:26: noch zu dem Impact Thema der uns zu Beginn gar nicht so bewusst war und da geht es nicht um Nachhaltigkeit sondern um den sozialen Effekt.

00:24:33: Wir arbeiten hauptsächlich mit Charities und das heißt Es sind Hospice oder Organisationen die sich um Tiere kümmern oder

00:24:42: Tiere.

00:24:43: was hat das mit einem Thema zu tun?

00:24:44: Ja, also

00:24:45: der

00:24:45: Bogen schließt sich gleich.

00:24:47: Bleiben wir beim Beispiel von dem Hospiz in England.

00:24:50: ganz viele der Charities haben Secondhand-Läden.

00:24:54: Also die bekommen Sachspenden.

00:24:55: es viel einfacher Sachspende für die einzusammeln als Geldspenden und diese Sachspinden werden dann verkauft und mit uns jetzt noch viel mehr verkauft.

00:25:05: das heißt die Verkaufen im Schnitt also nach zwei drei Monaten nach dem Onboarding vier mal soviel wie vor Minimist.

00:25:12: Und was heißt es im Endeffekt?

00:25:14: Die verdienen mehr Geld und das Geld geht direkt an das Hospiz.

00:25:19: Und die können mehr Plätze oder so weiter dann finanzieren, also egal welches von bis, was sie machen.

00:25:25: aber es kommt einer gemeinnützigen Organisation zugute und der Impact ist viel viel greifbarer für uns, viel einfacher auch zu tracken.

00:25:35: Was heißt es wenn die Charity Zehntausend Pfund im Monat mehr verdient?

00:25:40: Was hat das für ein Impact?

00:25:41: Sind auch teilweise Umweltorganisationen, die so was machen.

00:25:44: Und das ist für uns wahrscheinlich das Konkreteste und der negativen Impact, den wir verursachen, dass wir jetzt gerade fassen können wie viel Neukäufe wir verhindern – es nur Ernährung!

00:25:58: Wie nennt man die Animal Welfare?

00:26:02: Ja also Tierwohlfahrt aber was hat das mit euch zu

00:26:04: tun?!

00:26:04: Na ja, dass zum Beispiel Gänse daunen nicht gerupft werden.

00:26:08: Oder dass man Schafe nicht brutal schert oder sowas... Also es geht jetzt nicht um Tierheime sondern um Animal Welfare in einer Organisation, die sich auch tierwohl

00:26:17: ein Teil des Kreislaufs damit mit den Sack wieder zu machen?

00:26:20: Absolut!

00:26:21: Ja okay aber ich würde gerne zu dir zurückkommen Karin.

00:26:25: wie können solche Unternehmen, solche Initiativen unser Konsumverhalten verändern?

00:26:30: was braucht dafür Die große Werbekampagne?

00:26:34: wird die Anna nicht aufstellen.

00:26:36: Aber was braucht es dafür, dass es so ein Amazon für Second Hand geben kann?

00:26:41: Also prinzipiell gibt's ja schon wahnsinnig große Second Hand-Angebote wie eben auf eBay und Vintage.

00:26:47: Das ist glaube ich schon durch das es das gibt und diese Angebote sehr gut angenommen werden.

00:26:53: Dafür gibt es auch genug Zahlen.

00:26:55: aber eben was es braucht um aus kleinen Lösungen große zu machen sowie das von der Anna Partner.

00:27:01: Gute Partner, ich glaube also Partnerschaften und Kooperationen ist glaube ich das was es am meisten braucht dass wir rauskommen aus diesem.

00:27:09: Ich bin klein und muss jetzt selber groß werden.

00:27:12: gemeinsam wachsen!

00:27:14: Das ist glaube nicht das was ich jeden der jetzt hier in der Kreislaufwirtschaft wirklich sozusagen mehr Wirkung erzielen möchte und das auch noch schneller ist sich mit anderen gemeinsam auf den Weg zu machen so wie ihr das eben mit euren Investoren macht mit anderen Plattformen macht.

00:27:33: Wenn ich jetzt nämlich als Start-up versuche und da gibt es genug Beispiele, die tolle, tolle Ideen hatten oder haben.

00:27:40: Wo man schon als Experte in der frühen Phase schon gesagt hat bitte geht zu den großen Produzenten schaut das ihr mit denen gemeinsam in ihre bereits skalierten Lösungen eure tollen Innovationen rein baut.

00:27:51: Nein wir wollen das alleine machen weil wir sind ein Team und wie wollen wachsen?

00:27:55: Und die verschwinden vom Markt?

00:27:57: ja!

00:27:57: Weil wie du richtig sagst... Man hat nicht dieses Marketingbudget, man erreicht nicht diese Sicht Das dauert Jahre, sich eine Reputation aufzubauen.

00:28:05: Man kann gemeinsam schneller mehr erreichen und das ist eigentlich ein guter Weg den ihr da jetzt eingeschlagen habt eben diese Enabler-Funktion.

00:28:14: Ihr seid nicht die einsamen Ritter, ihr seid nicht der eine Leuchtturm, ihr seit ein Enablern.

00:28:19: tut euch mit anderen zusammen.

00:28:20: Das ist glaube ich the way to go!

00:28:22: Jetzt hast du ein paar Mal erwähnt, dass Anna... Du hast ein paar mal erwähmt, dass ihr in Großbritannien so viel Geschäfte machten, so viele Kunden habt?

00:28:30: Warum?!

00:28:33: Der Hauptgrund ist, der Second-Hand-Markt ist viel mehr etabliert als im Rest von Europa.

00:28:40: Es gibt verschiedene Gründe.

00:28:41: also ich glaube das Verhalten ist schon viel mehr verankert.

00:28:46: Also eben der Großteil der Second Hand Transaktionen läuft über Charities in England.

00:28:52: Das ist sehr verbreitet, dass man die Dinge zu einer Charity... bringt und wirklich hingeht und sich überlegt, okay will ich heute die unterstützen oder die unterstützen?

00:29:02: Oder was liegt mir wirklich am Herzen.

00:29:05: Das ist ein Verhalten das schon sehr normal ist.

00:29:08: aber es gibt im Teilweise auch Netzwerke.

00:29:11: in England gibt's die Charity Retail Association wir Dachverband eigentlich dann

00:29:16: wird es nicht

00:29:17: reuse Austria

00:29:19: ja genau geht in die Richtung in england das Netzwerk sehr, sehr lang und die fokussieren sich dann teilweise wirklich sehr spezifisch auf eben Retail im Charity-Bereich.

00:29:32: Und die haben dann Webinare wie verkauft man besser auf eBay oder Konferenzen wo solche Dinge besprochen werden und wo auch unter den Charities ein sehr großer Austausch ist.

00:29:43: also die kennen sich alle, die besprechen alle miteinander wie sie das machen und die arbeiten alle gemeinsam an dem.

00:29:49: Also ich glaube das Netzwerk ist extrem hilfreich.

00:29:52: Und dann es gibt auch regulatorische Incentives.

00:29:56: Also in England gibt's so ein Programm, das nennt sich Gift-Aid und das bedeutet also als Steuerzahlerin in Großbritannien wenn ich jetzt was spende kann die Charity dann wenn das verkauft wird die Steuer zurück verlangen.

00:30:10: Das heißt mit meiner Spende sagen wir ich spend an Pullover der hundert Euro wert ist.

00:30:14: Das ist eine Spende, die nicht nur hundert Euro wert für sie ist sondern hundert und zwanzig Euro.

00:30:19: Und es gibt so mehrere Dinge, die es einfach sehr unterstützen und auch also dann wirtschaftlich rentabler machen in das Geschäft reinzugehen.

00:30:28: Das sind jetzt zwei sehr wichtige Aspekte gewesen.

00:30:31: Karin, das eine war das Netzwerk und das zweite waren die politischen Rahmenbedingungen.

00:30:36: Wir haben ja eine Kreislaufwirtschaftsstrategie in Österreich.

00:30:39: Auch die Stadt Wien hat einer.

00:30:40: Die EU arbeitet an einer.

00:30:42: Sind wir so weit wie die Engländer?

00:30:44: Da müssen man von denen noch was lernen.

00:30:46: oder können wir von denen etwas sein?

00:30:48: Also was Strategie-Papiere anbelangt, sind wir sicher sehr weit vorne und sehr gut.

00:30:54: Die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie ist international ein Vorbild weil sie quantitative Ziele setzt.

00:31:00: Allerdings muss ich sagen, dass wir on the ground am Boden der Tatsachen sehr stark im industriellen Recycling sind und da sehr viel Fokus darauf legen.

00:31:11: Und Industrielles Recyling bedeutet immer hoher Energieaufwand wird zerkleinern, zermörgern, zerfrenzen – gerade bei Textilien lösen Materialien auf und stellen wieder etwas Neues daraus her was oft nicht der gleichen Ausgangskwalität jetzt noch dienlich ist.

00:31:28: Und gerade im Bereich der Textilien haben wir so viele Mischmaterialien, dass ein hochwertiges Recycling gar nicht möglich ist.

00:31:33: Also Textilian die recycelt werden bei uns werden Putzfetzen oder Autobahn Schallschutzwände oder sowas.

00:31:40: also macht einen großen Unterschied, ob ich das fördere oder mich darauf konzentriere.

00:31:45: Oder ob ich kleinteilige und weniger industriefokussiert bin.

00:31:52: Charities – oder sage ich jetzt mal das österreichische Wort für sozialökonomische Betriebe dabei unterstütze dieses Wieder in den Umlauf bringen und diese Widerverteilung sinnvoll und ökonomisch machbar zu unterstützen.

00:32:06: Aber

00:32:06: da könnte man ja jetzt sagen, naja bei der Industrie sind die größeren Hebeln und das ist so kleinteilig, dass es irgendwie nice to have kann man eher auch machen.

00:32:15: aber bei der industrie ist mehr zu holen.

00:32:18: ich glaube sie braucht beides absolut und das darf eben nicht vergessen werden weil wir Wir brauchen ja nicht nur die wirtschaftliche Transformation, sondern auch die gesellschaftlichen.

00:32:26: Die kulturelle...

00:32:28: Wir brauchen die Menschen in einem anderen System, die das auch tun und die solche Dinge auch annehmen und nicht nur als Konsumenten, weil ich bin ja dann wenn ich Konsument bin ein Teil eines Kreislaufes und das heißt Ich muss eben auch Dinge zurückgeben können oder mein gesamtes Konsumverhalten eben so wie vorher gesagt haben vielleicht auch verändern immer mehr und mehr kaufen, sondern mich vielleicht auf ein paar sehr gute Dinge beschränken und damit gut auskommen.

00:32:57: Es braucht diese kleineren lokaleren sichtbarerinnen und greifbaren Handlungsfelder, damit jeden Einzelnen auch seine Wirkung bewusster wird.

00:33:07: Und ich denke das was du jetzt gerade beschrieben hast, dass Modell in England zielt darauf ab, dass man auch wirklich dem Einzelnem einen Incentiv gibt nämlich ganz persönlichen Incentives.

00:33:16: Warum sollte ich das machen?

00:33:18: Und das ist ein gutes Incentiv, würde ich jetzt mal sagen.

00:33:20: Gerade in Österreich sind ja auch viele Menschen sehr, sehr spendenfreudig.

00:33:24: Ich spende nicht nur Geld und nicht nur meine alten Sachen sondern beides.

00:33:29: Es kommt einer Organisation zu guter.

00:33:31: also ich finde das einen schönen Ansatz.

00:33:33: Also da geht es um Kulturwandel?

00:33:35: Ja deutlich eindeutig den ihr vorantreibt.

00:33:37: Gibt's jetzt irgendeine politische Forderung?

00:33:40: oder wo?

00:33:40: du sagst jetzt in der Kreislaufwirtschaftsstrategie die von der EU kommen wird Ende des Jahres ist da eine wichtige Weichenstellung drin die wir brauchen.

00:33:48: Also, die Weichenstellungen der EU sind bereits erfolgt im Secular Economy Action Plan, der Jahr zwanzig veröffentlicht wurde – was jetzt kommt?

00:33:57: Der sogenannte Secular Economic Act.

00:34:00: auf Deutsch heißt das Kreislaufwirtschaftsgesetz.

00:34:02: Das ist es auch nicht wirklich.

00:34:03: Es ist eher mehr eine Regulierung, die es ermöglichen soll sekundär Rohstoffe über die Grenzen bringen zu können, das ist derzeit sehr schwierig.

00:34:12: Damit der Handel überhaupt

00:34:13: möglich ist?

00:34:16: Wir müssen einen Markt für Sekundärmaterialien jeder Sorte errichten und in Europa sind wir der größte und wohlhabendste Binnenmarkt der Welt.

00:34:25: Und wir können das aber erst dafür einheitliche Standards finden und einheitlichen Regelungen finden.

00:34:33: Das zweite ist dann natürlich auch ... Und das gehört dazu, der Kreisüberschreitende Abfalltransport.

00:34:39: Derzeit ist vieles bei uns Abfall was in anderen Ländern verwertet werden kann und auch hier gilt es einheitlich sozusagen zu agieren vor Aussetzungen zu schaffen.

00:34:50: dafür ist der Akt gedacht.

00:34:52: Es wird jetzt nicht ein Gesetz dass uns allen vorschreibt wir müssen jetzt Kreislaufwirtschaft machen.

00:34:56: für die einen Leider für die Anderen oh Gott bitte nicht Aber es ermöglicht.

00:35:01: Es soll eher ein Ermöglicher sein und das wäre schon mal ein großer, wichtiger Schritt.

00:35:06: Ist das was du dir von der Politik auch wünschen würdest?

00:35:09: Was für euer Geschäft am wichtigsten wäre?

00:35:11: Ja, schon.

00:35:12: Ich muss sagen also zu der Frage ich bin grundsätzlich ein sehr ungeduldiger Mensch und ich will was tun und deswegen bin ich auch in der Wirtschaft im Start-up Bereich aber total!

00:35:23: Also ich stimme dir voll und ganz zu Karin.

00:35:26: Für mich geht es mehr darum.

00:35:27: okay wie kann man das schneller ermöglichen?

00:35:29: Wie kann man jetzt schneller in die Umsetzung kommen und Leute mobilisieren die Lust drauf haben ist umzusetzen jetzt und nicht in

00:35:37: zehn Jahren Und auch die Möglichkeiten zu schaffen daraus einen Geschäft zu machen, weil derzeit ist es einfach billiger nach wie vor sogenannte Primärmaterialien also frisches Material billig auf dem Weltmarkt zu kaufen über die europäischen Grenzen so transportieren.

00:35:53: Wir haben dann hier die Abfallthematik.

00:35:55: wir haben dann her die Verbringungsthematik oder eben die wieder in den Kreislauf zurückführt thematik mit Materialien die nicht dafür gemacht sind.

00:36:04: Das macht uns eigentlich mehr Probleme und bringt uns eine größere finanzielle Bürde, als wenn wir eben hier Rahmenbedingungen innerhalb unseres Marktes schaffen.

00:36:12: Zumindest das unsere Materialien so design sind – die Ökodesignverordnung – dass sie reparierbar werden, wiederverwendbar sind, weitergegeben werden können und dass wir auch Geschäftsmodelle fördern wie Reparaturtauschenteil, Mietenlesen

00:36:28: etc.,

00:36:28: um das zu ermöglichen, den Menschen Dinge zu nutzen anstatt zu verbrauchen.

00:36:33: Abschließend Anna in den nächsten fünf Jahren – was ist deine Vision?

00:36:37: Wo soll Minimister stehen und wie schaut's aus auf eurem Bankkonto?

00:36:43: In fünf Jahren wird spannend sein, wie es am Bankkontor aussieht!

00:36:48: Also in fünf Jahren ja.

00:36:50: mich würde sehr freuen wenn wir von den zehn Prozent oder weniger als zehn Prozent die bis jetzt digitalisiert sind über Fünfzig Prozent oder sechzig Prozent kommen und das einfach Dinge, die schon produziert wurden ersichtlich sind.

00:37:05: Und ich kann das kaufen und dass es ermöglicht wird.

00:37:07: Also wir nennen es Supply Side Bottle Neck.

00:37:11: Das Angebot ist nicht mehr der Flaschenhals für das Ganze?

00:37:15: Weil das Angebot zu schlecht ist!

00:37:16: Ja also mittlerweile wenn ich jetzt was Spezifisches suche sagen mal Ich will rote Ballerinas an Ball morgen.

00:37:24: Ja, es wird schwierig die Online-Secondhand zu bekommen.

00:37:27: Da muss sich auf die Maria Hilferstraße gehen und mir welche kaufen – ob ich's will oder nicht!

00:37:31: Und da würde ich echt gerne wegkommen... Wir haben das Amazon Beispiel aufgebracht, warum nicht bei den Bleiben?

00:37:37: Also mich würd' sehr freuen wenn wir in fünf Jahren einen Marktplatz haben, egal ob wir denn dann enablen oder gemeinsam mit anderen gestalten oder wer auch immer, das macht ... persönlich relativ egal, wo man dann secondhand so konsumieren kann wie man es jetzt auf Amazon gewohnt ist.

00:37:55: Also man findet die Produkte der preis macht Sinn ich kann sie kaufen Es gibt einen einfachen Versand.

00:38:01: Ich weiß was passiert wenn's mir nicht passt wie das mit zurück sendet und so weiter funktioniert Und genau dass es einfach normaler wird secondhands zu kaufen.

00:38:11: Das ist dann Kreislaufwirtschaft ohne dass wir wissen dass es Kreisloff Wirtschaft ist.

00:38:16: Mission accomplished.

00:38:19: Vielen

00:38:19: Dank euch beiden.

00:38:20: Danke für das Gespräch!

00:38:24: Das war's für heute bei Full Circle.

00:38:27: Wenn dir die Folge gefallen hat, dann schauen unsere Show Notes.

00:38:30: Dort findest du den direkten Link zu unserem Sub-Stack Newsletter und unserer Steady Community.

00:38:35: Mit eurem Support über Steady können wir Full Circle weiterhin unabhängig produzieren Und wir bedanken uns auch für die Startförderung von der Wirtschaftsagentur Wien.

00:38:44: Bis zum nächsten Mal.

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